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Fotos: Flavio Carrer

Fotos: Flavio Carrer

GO, PFÜDI, GO!

FYDUZ

Eine Kanonade in Hexametern und GIFs

Am Ende geht’s in 54 Kapiteln um des Modernen Menschen Kern: Während ihm die Worte fehlen, die Gefühle ausbleiben, seine Erinnerung voller Lücken ist und ihm als halbgare Ahnung doch wie ein Klotz am Bein hängt, bietet sich das Plüschtier als emotionales Pflaster und Erinnerungsgefäss an. Auch wenn es bereits aus allen Nähten platzt und sich aufdröselt. Es lohnt sich, in diese klamaukige Plüschwelt einzutauchen - auch wenn wohl einige Einfälle qua Flughöhe des Konzepts über die Köpfe der Zuschauer hinwegtraben. - nachtkritik

GO, PFÜDI, GO! heisst die Basler Produktion am diesjährigen Theaternachwuchs-Festival Treibstoff (…). Lucien Haug hat sie konzipiert und inszeniert. Und offensichtlich ganz auf seine fulminante Darstellerin zugeschnitten.

Worum es geht? Schwierig zu sagen. Es geht irgendwie um alles und nichts. Um Plüschtiere, die die Rolle von Mitmenschen einnehmen und Menschen, die zu Plüschtieren werden. Um Familienaufstellung und die antike Mythologie der Griechen. Schwer, wenn nicht unmöglich, da einen roten Faden fassen zu können. Das spielt hier aber keine Rolle. Der Theaterabend fesselt vom ersten Moment an, man lässt sich von den unzähligen Facetten und inhaltlich schier akrobatischen Sprüngen überraschen und mitreissen. GO, PFÜDI, GO! bereitet ganz einfach Spass. Grossen Spass. - Dominique Spirgi, stadtschreiber.blog

FYDUZ begibt sich auf eine Recherche in Kinderstuben und Mottenkisten. Sie leiht echte Plüschtiere aus, um mit ihnen und hunderten Stunden Interviewmaterial das zu erforschen, was bereits weit in unserer Vergangenheit liegt. Doch der Blick zurück führt entweder zum Salzsäulendasein oder auf direktem Weg in den Kitsch. Oder?

Können wir uns in der Zukunft denken, ohne an der Vergangenheit zu nagen? Ist Utopie überhaupt möglich ohne die Traumata der Geschichte? Und was kann uns das Plüschtier, gespiegeltes Ich aus alten Evolutionstagen und bester Freund, darüber erzählen? Weiss es Bescheid, dass wir seine Hilfe brauchen, um den schnellsten Weg aus der kollektiven Depression zu finden? Und warum antwortet niemand auf unsere Fragen? Mithilfe strengen Versmasses und des Publikums, das seine eigenen Lieblinge auf der Bühne wiederfindet, beginnt die monologische Suche nach dem Ausweg aus der Vergangenheit - Real Life GIFs inklusive.

Konzept, Text, Regie: Lucien Haug

Spiel: Bärbel Schwarz und Larissa Brunner, Demi Alina Ditzler, Charlotte Gerber, Lohan Heinlin, Nils Hofer, Louna Hohmann, Hanna Jermann, Michael Küng, Lea Kuron, Madhuvanth Maheswaran, Gian Martino, Shayen Meier, Mika Reinhard, Clara Roten, Timo Schnell, Elena Stebler, Elias Taglang, Anika Wohlgemuth, Anouk Zeltner.

Szenografie: Pia Schwarz

Musik: Lucien Montandon

Dramaturgie: Maja Bagat

Technische Leitung: Claudio Bagno

Live-Kamera: Michèle Flury

Produktionsleitung: Franziska Schmidt (produktionsDOCK)

Musikalische Einstudierung: Julia Bachmann

In Koproduktion mit: Treibstoff

Unterstützt durch DOMS-Stiftung, Wilhelm und Ida Hertner-Strasser Stiftung, BLKB-Jubiläumsstiftung und Claire Sturzenegger-Jeanfavre Stiftung.